Hardwareinformationen

Bei einem PC lassen sich Hardwareinformationen und Sicherheitsfunktionen gemeinsam analysieren. Besonders unter Windows sind SATA-Modus, Secure Boot, TPM und HVCI wichtige Punkte, weil sie Einfluss auf Leistung, Kompatibilität und Schutz vor Schadsoftware haben.

  1.   Wichtige Hardwareinformationen
Funktion Was bedeutet sie? Worauf sollte man achten?
CPU
Prozessor des PC’s
Modell, Generation, Kerne/Threads, Virtualisierung
RAM
Arbeisspeicher
Größe, Geschwindigkeit, Auslastung
GPU
Grafikkarte
Modell, VRAM, Treiber
SSD/HDD
Massenspeicher
Typ, Kapazität, Zustand, Schnittstelle
SATA-Modus
Betriebsmodus des SATA-Controllers
Normalerweise AHCI bei SATA-Laufwerken
UEFI/BIOS
Firmware des Mainboards
UEFI und aktuelle Firmware sind sicherheitsrelevant
TPM
Sicherheitschip bzw. Firmware-TPM
Idealerweise TPM 2.0
Secure Boot
Verhindert nicht vertrauenswürdige Bootloader
Sollte bei modernen Windows-Systemen aktiviert sein
 

SATA-Modus: AHCI, RAID und IDE

Der SATA-Controller kann beispielsweise in verschiedenen Modi betrieben werden:

  • AHCI – moderner Standard für einzelne SATA-Laufwerke; unterstützt unter anderem NCQ und Hot-Plug.
  • RAID – verwendet, wenn ein RAID-Verbund oder bestimmte Storage-Konfigurationen genutzt werden.
  • IDE/Legacy – veralteter Kompatibilitätsmodus.

Wichtig: Den SATA-Modus sollte man nicht einfach im BIOS/UEFI umstellen. Wenn Windows mit AHCI installiert wurde und anschließend auf RAID/IDE umgestellt wird (oder umgekehrt), kann Windows unter Umständen nicht mehr starten.

Bei einer NVMe-SSD ist der SATA-Modus dagegen nicht der entscheidende Punkt, weil NVMe über PCIe statt über SATA kommuniziert.


2. Secure Boot

Secure Boot ist eine UEFI-Sicherheitsfunktion. Beim Start des PCs wird geprüft, ob die Komponenten der Bootkette kryptografisch vertrauenswürdig signiert sind.

Vereinfacht:

UEFI → Bootloader → Windows → Treiber

Secure Boot soll verhindern, dass beispielsweise ein manipuliertes Bootprogramm bereits vor dem Start von Windows ausgeführt wird.

Status
  • Enabled / Ein: Schutz ist aktiv.
  • Disabled / Aus: Secure Boot ist deaktiviert.
  • Unsupported: System bzw. Firmware unterstützt die Funktion nicht.

Unter Windows kannst du den Status beispielsweise über:

Win + R → msinfo32 → „Sicherer Startzustand“
überprüfen.

Für moderne Windows-11-Systeme sind außerdem UEFI und ein kompatibler TPM-Mechanismus wichtige Bestandteile der Sicherheitsplattform.


3. TPM 2.0

TPM (Trusted Platform Module) ist ein Sicherheitsbaustein. Er kann kryptografische Schlüssel schützen und Informationen über den Systemstart bzw. die Integrität der Plattform bereitstellen.

Bei modernen PCs ist häufig ein Firmware-TPM vorhanden, beispielsweise:

  • Intel PTT (Platform Trust Technology)
  • AMD fTPM

Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass ein separater TPM-Chip auf dem Mainboard steckt.

TPM-Version überprüfen

Unter Windows:
Win + R → tpm.msc

Dort findest du beispielsweise:

Spezifikationsversion: 2.0

TPM 2.0 ist heute der relevante Standard für moderne Windows-Sicherheitsfunktionen.

Wofür wird TPM verwendet?

Unter anderem für:

  • BitLocker
  • Windows Hello
  • Schlüsselverwaltung
  • Messung bzw. Absicherung der Bootumgebung
  • verschiedene Sicherheitsfunktionen von Windows

TPM allein macht einen PC allerdings nicht automatisch sicher. Es ist ein Baustein innerhalb einer größeren Sicherheitsarchitektur.


4. HVCI – Hypervisor-Protected Code Integrity

HVCI steht für Hypervisor-Protected Code Integrity und wird unter Windows häufig als „Speicherintegrität“ (Memory Integrity) angezeigt.

Die Idee dahinter:

Windows verwendet die Virtualisierungsfunktionen der CPU und den Hypervisor, um bestimmte Sicherheitsprüfungen von einem geschützten Bereich auszuführen.

HVCI soll insbesondere verhindern, dass nicht vertrauenswürdiger oder manipulierte Kernel-Code bzw. Treiber ausgeführt werden.

Status überprüfen

Unter Windows:
Windows-Sicherheit → Gerätesicherheit → Kernisolierung → Speicherintegrität

Dort kann beispielsweise stehen:

  • Ein → HVCI aktiv
  • Aus → HVCI deaktiviert

Auch PowerShell bzw. Systeminformationen können für eine detailliertere Analyse verwendet werden.

Warum kann HVCI deaktiviert sein?

Ein häufiger Grund ist inkompatible ältere Hardware bzw. Treibersoftware.

Wenn HVCI eingeschaltet wird und Windows einen inkompatiblen Treiber erkennt, kann dieser beispielsweise unter „Inkompatible Treiber“ auftauchen.

Deshalb sollte man nicht einfach alte Treiber löschen oder Sicherheitsfunktionen abschalten, ohne zunächst herauszufinden, welcher Treiber das Problem verursacht.


5. Virtualisierung

Für HVCI und andere Sicherheitsfunktionen ist die Hardware-Virtualisierung relevant.

Je nach CPU heißt sie beispielsweise:

  • Intel VT-x
  • AMD-V / SVM

Im UEFI muss sie gegebenenfalls aktiviert sein.

Virtualisierung bedeutet nicht automatisch, dass du virtuelle Maschinen verwendest. Windows selbst kann Virtualisierungstechnologien für Sicherheitsfunktionen einsetzen.


6. Wie man einen PC sicherheitstechnisch bewertet

Ich würde die Analyse in mehrere Ebenen aufteilen:

Hardwareebene

Prüfen:

  • CPU-Modell und Generation
  • RAM-Größe
  • Laufwerkstyp und Zustand
  • GPU
  • Mainboard
  • UEFI-Version
  • Virtualisierungsunterstützung
Firmwareebene

Prüfen:

  • UEFI statt Legacy-BIOS
  • Secure Boot
  • TPM 2.0
  • UEFI-Firmwarestand
  • Bootreihenfolge
Windows-Sicherheit

Prüfen:

  • TPM 2.0 aktiv
  • Secure Boot aktiv
  • HVCI/Speicherintegrität aktiv
  • Windows Defender aktiv
  • Firewall aktiv
  • aktuelle Sicherheitsupdates
  • BitLocker bzw. Geräteverschlüsselung
  • aktuelle und signierte Gerätetreiber
Speicher/Datenträger

Zusätzlich:

  • SATA/AHCI/RAID-Konfiguration
  • NVMe/SATA
  • SMART-/Gesundheitszustand
  • Verschlüsselung
  • freier Speicherplatz
  • Firmware des Laufwerks

7. Beispiel einer Sicherheitsbewertung

Ein moderner, gut konfigurierter Windows-PC könnte beispielsweise so aussehen:

Merkmal Beispiel-status Bewertung Bewertung
UEFI
Aktiv
Gut
Secure Boot
Aktiv
Gut
TPM
2.0
Gut
CPU-Virtualisierung
Aktiv
Gut
HVCI
Aktiv
Gut
SATA-Modus
AHCI
Normal für SATA
Windows Update
Aktuell
Gut
Defender
Aktiv
Gut
Firewall
Aktiv
Gut
Bitlocker
Aktiv
Sehr sinnvoll
Alte/problematische Treiber
Keine
Gut

Wichtig ist dabei, nicht jeden deaktivierten Punkt automatisch als Sicherheitsproblem zu betrachten. Beispielsweise kann RAID anstelle von AHCI völlig korrekt sein, wenn der PC entsprechend konfiguriert wurde.

Stand: September 2026

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